Pia Franco

Könnten sie es, wären die Bilder von Pia Franco einfach schöne Studien, ohne zum Leben zu erwachen.

In den Werken auf zwei Ebenen fangen sich Hintergrund und der auf einem transparenten Träger aufgebrachte Vordergrund an zu duellieren, sobald sich die betrachdende Person auch nur minim bewegt. Sie nehmen das Auge mit auf einen wilden Ritt, der weder Anfang noch Ende kennt.

Als Grundmaterial verwendet Pia Franco Elemente aus der Druck- und Reproduktionstechnik: Punkt- und Linienraster oder Kombinationen davon in verschiedensten Anwendungen. Während die Bilder mit zwei Ebenen in schwarz/weiss gelöst sind, erzielt die Künstlerin in ihren farbigen Werken ähnliche Bewegungseffekte ohne dritte Dimension. Die Bewegungsfreude ihrer Werke kann Pia Franco nur beschränkt beeinflussen: »Bei meinen Versuchen passiert oft stundenlang nichts und plötzlich geht die Post ab«, fasst sie ihre Erfahrungen zusammen. Die mehrfach ausgezeichnete Künstlerin will die Leute mit konstruktiver Kunst bewegen, was ihr in dieser Ausstellung – im wahrsten Sinne des Wortes – gelingt.

Werner Frei

Text zur Ausstellung 2005 in der Galerie Catrina, Stäfa